Wie macht man Fichten-„Honig“?

Streng genommen ist das, was ich jetzt zeige, natürlich kein Honig, sondern nur ein sehr dickflüssiger Sirup. Er schmeckt aber prima als Brotaufstrich, im Tee oder in Desserts und hat auch eine honigähnliche Konsistenz.

Was braucht man dazu? Die frischen Triebspitzen von (jungen) Fichtenbäumen. Von jungen Bäumen deswegen, weil man dann einfach bequem hinkommt. Die holt man natürlich aus dem eigenen Wald, andernfalls muß man den Waldbesitzer bzw. Förster um Erlaubnis bitten. Ich nehme meist vom Anflug, da diese Bäume eh noch ausgedünnt werden müssen, und auch von jedem Baum nur ein bißchen. Und natürlich nur die hellgrünen und weichen Triebspitzen:

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Davon rund 250 Gramm sammeln. Und mit dem Traktor wieder heimknattern:

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Die gesammelte Ernte wird dann in einem großen Topf gegeben und mit 1,5 Liter Wasser bedeckt.

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Die Mischung sprudelnd aufgekochen lassen, bis die Triebspitzen ihre Farbe verlieren und graugrün werden. Sieht zugegebenermaßen nicht so wahnsinnig appetitlich aus:

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Vom Herd nehmen und über Nacht ziehen lassen, die Masse ist noch ein bißchen grauer geworden, das ist aber normal:

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Nun alles abseihen durch ein feines Haarsieb oder ein Mulltuch. Übrig bleibt eine helle Flüssigkeit mit einem intensiven Tannenduft:

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Das kochen wir jetzt mit 1,5 kg Zucker auf. Der Topf muß recht groß sein, da es gegen Ende der Herstellung sehr stark schäumt! Dann zurückschalten und bei schwacher Hitze offen so lange köcheln lassen, bis der Sud einen dunklen, bronzefarbenen Ton angenommen hat, das kann schon eineinhalb Stunden dauern!

Nach der Hälfte der Kochzeit sieht es so aus:

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Und so nach gut eineinhalb Stunden, wenn es fertig ist:

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Solange die Masse noch heiß ist, hat sie natürlich noch keine honigähnliche Konsistenz, sondern ist noch sehr flüssig. Wer sich unsicher ist, ob er den Honig abfüllen kann, gibt einfach ein wenig auf einen Teller und wartet ein bißchen ab; wird es mit Erkalten zähflüssig, können wir die Masse abfüllen, andernfalls noch weiter köcheln lassen.

Möchte man einen flüssigen Sirup für Desserts, zum Süßen etc., kann man ihn natürlich schon früher abfüllen.

Den fertigen Tannenhonig noch heiß in saubere Marmeladengläser füllen und sofort verschließen. Am besten im Küchenschrank oder sonst einem warmen Ort lagern, damit der Fichtenhonig nicht kristallisiert. Die Menge ergibt rund 8 kleine Marmeladengläser:

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Wenn man den Gläsern jetzt nochein hübsches Etikett spendiert, hat man auch ganz schnell ein tolles Geschenk aus der Küche!


 

Nochmal zur Übersicht:

  • rund 250 Gramm Fichtentriebspitzen
  • 1,5 L Wasser
  • 1,5 kg Zucker

Triebspitzen mit Wasser aufkochen, bis sie die Farbe verlieren, über Nacht stehen lassen, abseihen und mit 1,5 kg Zucker rund eineinhalb Stunden kochen lassen.

1 Gedanke zu “Wie macht man Fichten-„Honig“?

  1. Danke für das tolle Rezept! Die Kinder lieben es als Brotaufstrich und es wurden tatsächlich acht Gläser 🙂

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